Willkommen auf unserem Blog!

Wir sind zwar gerade nicht vor Ort, aber auch nicht aus der Welt... Wir möchten Euch mit diesem Blog auf dem Laufenden halten, wie es uns in Brasilien gefällt, was wir erleben und denken, einfach wie es uns so geht. Wir freuen uns, wenn Ihr mit uns auch News aus der Heimat teilt und uns auf dem Laufenden haltet! Beijos!!!

Mittwoch, 6. Juni 2012

Nach meinem 1. Fernsehauftritt: Mein 1. Interview

Aber zuerst das hier: Nach meiner Gesangseinlage bei dieser TV-Sendung neulich wollte die Dame von der Pressestelle der FAAP ein kleines Interview mit mir führen: Zu meinen Erfahrungen in Brasilien, aber natürlich auch zu meinen "5 Minuten Ruhm im brasilianischen Fernsehen". Hat wahnsinnig Spaß gemacht und auch wenn es nur per Email war, war es eine tolle Erfahrung! Was dabei rauskam, seht Ihr hier - ich habe mir die Mühe gemacht, dies mal für alle nicht portugiesisch-Sprachler zu übersetzen - wer weiß, wann das nächste Mal wieder jemand ein Interview mit mir machen möchte ;) Hier jedenfalls schon mal der Link (sind auch ein paar Fotos aus der Heimat und hier vor Ort dabei): http://www.faappress.com.br//insider+faap/coisas+de+amor.html

 

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Der Liebe wegen

27/05/2012 09:58h

Wenn sie Ende diesen Jahres nach Deutschland zurückgeht, kann Nicole Goller sagen, dass sie ihre 5 Minuten brasilianischen Ruhms hatte: Während der Ausstrahlung von Altas Horas sang sie mit Seu Jorge! Hier spricht die Global Connection Studentin über ihre Zeit im Land.

 

Von Genia Winitzki

 

Nicole hat die Haare geschnitten, bevor sie in Brasilien einreiste. Sie hat sich vorgestellt, dass das Klima im Land sahara-ähnlich sei und wollte nicht davon schwitzen. Heute, voller Humor, amüsiert sie sich darüber. „Ich wusste nicht einmal, dass Brasília die Hauptstadt ist... aber ich denke, dass dies in Europa nur wenige wissen dürften“, gibt sie zu (und wir glauben es ihr). „Rio, Corcovado und der Karneval waren meine einzigen Referenzen. Ich wusste, dass die Wirtschaft im Aufschwung ist, dachte, dass die Stadt billiger wäre und stellte sie mir gefährlicher vor, als sie tatsächlich ist.“

 

Aber, der Liebe wegen, hat die deutsche, 28-jährige Wirtschaftswissenschaftlerin es hinbekommen ihren Freund, Ingenieur, zu begleiten, der zwei Jahre hier arbeiten wird. „Und ich habe beschlossen portugiesisch zu lernen, weil ich Sprachen mag. Ich habe bereits 7 Jahre französisch gelernt, außerdem etwas spanisch an der Uni. Habe beide vergessen, aber das Portugiesisch nehme ich mit nach Deutschland. Natürlich ist es immer noch sehr schwer, die Leute auf der Straße zu verstehen, aber ich habe kürzlich angefangen Fernsehen zu schauen und bin jetzt ein großer Fan der Telenovela Avenida Brasil.“

 

Während des Interviews, per Email, fragt mich Nicole ob ich ihr portugiesisch “in Ordnung bringen“ würde: Ich hatte äußerst wenig Arbeit damit. Die Stunden haben sich gelohnt und wir hoffen, dass sie wirklich die Geläufigkeit/ Flüssigkeit behält. Hier ein Bericht ihrer ersten Eindrücke, ihrer Reisen, der Freundschaften, die sie geschlossen hat und, natürlich, von ihrem Duett mit Seu Jorge, dem Mann der den nationalen Samba wiederbelebt hat.

 

Erster Eindruck

"Es gibt mehr Bäume als ich mir vorgestellt hatte. Ich war schon in Bangkok und habe mir São Paulo eben so versmogt vorgestellt. Die Autofahrer sind verrückt, genau wie der Verkehr, und die Leute laufen immer hastig durch die Gegend. Aber, in Wirklichkeit, sind sie sehr liebenswert und mögen es Leute einzuladen. Daher war es leicht Freundschaften zu knüpfen.“

 

Sightseeing

„Itacaré in Bahia war mein Lieblingsziel: Die Strände sind der Wahnsinn! Ich habe dort Ökotourismus gemacht, Rafting und Wanderungen. In Rio war ich schon mehrmals, weil die Freunde von außerhalb, die uns besuchen kommen, es auch kennen und hin möchten. In die Route haben auch noch  Paraty und Ubatuba, Minas Gerais und die Historischen Städte wie Ouro Preto, Mariana, Tiradentes, Santa Catarina (Balneário Camboriú und Florianópolis) und Guarujá e Ilhabela gepasst." 

 

Neue Freunde

„Ich habe eine Freundin in Deutschland, die halb Brasilianerin, halb Deutsche ist. Als wir angekommen sind, war sie gerade zum Urlaub machen hier und hat mir ihre brasilianischen Freunde vorgestellt (die meisten waren auf einer deutschen Schule). Ergebnis: Sie sind zu meinen Freunden geworden und wir sehen uns regelmäßig. Aber in der FAAP habe ich Freundschaften mit Leuten aus der ganzen Welt geschlossen: Ich habe Japaner kennengelernt, Südkoreaner, Chinesen, Australier, Venezuelaner, Mexikaner, Kolumbianer, Amerikaner, Iraner – und praktisch eine Person aus fast allen europäischen Ländern und natürlich viele Brasilianer. Ich habe von allen zumindest eine Kleinigkeit gelernt und möchte mich bei ihnen für diesen Austausch bedanken."

 

Neo-Brasilianerin

„Ich nehme von hier ein ganz anders Bild mit als jenes, das ich bei meiner Ankunft hatte. Ich würde mir wünschen, dass die Leute in Deutschland (zumindest meine Familie und meine Freunde) Brasilien besser kennen und mehr über das Land wissen würden.

Ich nehme viele CDs mit Musik mit, aber diese ist auch in meinem Kopf und meinem Herzen – ich liebe einfach Ivete Sangalo! Auf der anderen Seite habe ich auch gelernt, die Dinge aus meiner Heimat mehr zu schätzen, Dinge, die ich vermisst habe – Sicherheit an erster Stelle. Außerdem: In Brasilien herrschen Extreme: Auf der einen Seite viel Bürokratie, Regeln und Gesetze für fast alles, aber auf der anderen Seite gibt es auch fast immer ein „jeitinho brasileiro“ (=brasilianische Art, Dinge zu lösen).“

 

Altas Horas

„Zur Aufzeichnung von Altas Horas zu gehen, war sehr unterhaltsam. Nervig war, dass wir so lange warten mussten, bis das Signal gegeben wurde und wir ins Studio durften und die Aufzeichnung losging. Serginho Groisman wollte, dass wir alle zusammen mit Seu Jorge singen, aber das hat nicht funktioniert. Meine japanische Freundin hat gesagt: „Die Nicole kann ein Lied von ihm singen!“ – wir hatten einige Mal beim Karaoke in Liberdade geübt. Und so habe ich gesagt, dass ich mit Seu Jorge als Unterstützung zusammen singen würde. Mein Moment als Superstar!"

 

(Nicole schreibt einen Blog (auf deutsch), wo sie ihre Freunde und Familie über das Leben hier auf dem Laufenden hält. Es lohnt sich mal draufzuklicken... sogar noch mehr, wenn Ihr es mit google translate ins Englische versucht – erscheint der Text weniger schwachsinnig als im Portugiesischen:  www.nicki-flo-brasil.blogspot.com)

Hier der Text im Original:

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Cantei com Seu Jorge no Altas Horas!

Coisas de amor

27/05/2012 09:58h

Ao voltar para a Alemanha no final deste ano Nicole Goller poderá dizer que teve seus 5 minutos de fama brasileiros: durante a apresentação de Altas Horas ela cantou com Seu Jorge! Aqui, a aluna do Global Connection fala de sua temporada no país.

 
Por Genia Winitzki
Nicole cortou os cabelos antes de embarcar para o Brasil. Imaginou que o clima no país era saariano e não queria se esvair transpirando. Hoje, bem-humorada, debocha da tosa. "Nem sabia que Brasília era a capital... mas  acho que na Europa poucos devem saber", confessa (e a gente acredita). "Rio, Corcovado e Carnaval eram minhas únicas referências. Sabia que a economia estava aquecida, pensei que a cidade fosse mais barata e imaginei que era mais perigosa do que de fato é".

Mas, coisas do amor, a economista alemã, de 28 anos, resolveu acompanhar o namorado, engenheiro, que iria trabalhar dois anos aqui. "E procurei aprender português porque adoro línguas. Cursei sete anos de francês, outro tanto de espanhol na faculdade. Esqueci ambos, mas o português levo de volta para a Alemanha. Claro que ainda é muito difícil entender as pessoas na rua, mas comecei recentemente a assistir tevê e agora sou super fã de Avenida Brasil". 

Na entrevista, via e-mail, Nicole me pergunta se vou ’arrumar’ o português dela: tive pouquíssimo trabalho. As aulas valeram e a gente espera que ela realmente mantenha a fluência. Aqui, um relato das primeiras impressões, de suas viagens, dos amigos que conquistou, e, claro, de seu dueto com o Seu Jorge, o cara que revitalizou o samba nacional.

Primeira impressão
"Havia mais árvores do que eu imaginara. Já estive em Bangkok e imaginei São Paulo tão poluído quanto. Os motoristas são loucos, o trânsito idem, e as pessoas sempre andam apressadas. Mas, na verdade, elas são muito amigáveis e gostam de convidar e ajudar os outros. Por isso foi fácil fazer amigos." 

Roteiro turístico
"Itacaré na Bahia foi meu destino preferido: as praias são lindas! Pratiquei ecoturismo, rafting e trilhas. Para o Rio fui várias vezes, porque os amigos de fora, que chegam para nos visitar, querem conhecer. No roteiro ainda coube Paraty e Ubatuba, Minas Gerais e as cidades históricas como Ouro Preto, Mariana, Tiradentes, Santa Catarina (Balneário Camboriú e Florianópolis) e Guarujá e Ilhabela." 

Novos amigos
"Tenho uma amiga na Alemanha que é metade brasileira, metade alemã. Quando chegamos, ela estava aqui, de férias, e me apresentou a seus amigos brasileiros (a maioria frequentou uma escola alemã). Resultado: viraram meus amigos e nos vemos sempre. Mas, na FAAP conquistei amigos do mundo inteiro: conheci japoneses, sul-coreanos, chineses, australianos, venezuelanos, mexicanos, colombianos, americanos, iranianos - pelo menos uma pessoa de quase todos os países da Europa e, claro, muitos brasileiros. Aprendi pelo menos uma coisinha de todos e agradeço a eles por este intercâmbio."

Neo Brasileira
"Vou levar daqui uma imagem muito diferente daquela que tive ao chegar. Queria que as pessoas na Alemanha (pelo menos minha família e meus amigos) conhecessem melhor e soubessem mais sobre o Brasil. Levo muitos CDs de música, mas ela também está na minha cabeça e no meu coração - simplesmente adoro a Ivete Sangalo! Por outro lado, aprendi a apreciar as coisas da minha terra, coisas que senti falta aqui - a segurança em primeiro lugar. Mais: no Brasil existem extremos - de um lado muita burocracia, regras e leis para quase tudo; do outro, quase sempre tem um jeitinho brasileiro." 

Altas horas
"Ir à gravação do Altas Horas foi bem divertido. Chato foi esperar muito até darem o sinal de que poderíamos entrar no estúdio para a gravação começar. Serginho Groisman queria que cantássemos juntos com Seu Jorge, mas não funcionou. Minha amiga japonesa falou: "A Nicole sabe cantar uma música dele!" - havíamos treinado algumas vezes em um karaokê na Liberdade. Aí falei que cantaria com o Seu Jorge como apoio. Meu momento superstar!"

(Nicole mantém um blog (em alemão) onde atualiza seus amigos e família sobre a vida aqui. Vale um clique... ainda mais se você tentar o google translate para o inglês - o texto aparece menos nonsense do que em português. Siga www.nicki-flo-brasil.blogspot.com)

Coole Sache, oder?

Mittwoch, 16. Mai 2012

C*A*P*O*E*I*R*A - oder: Muskelkater der besonderen Art!

Und hier ist er nun also: Der Bericht zu meiner besten Kulturstunde aller Zeiten - und gleichzeitig meiner ersten Capoeira-Einheit.

Die FAAP lässt sich ja echt immer schöne und interessante Sachen für uns einfallen und so hatten wir letzten Freitag zwei waschechte Capoeiristen (sagt man das so?), also Capoeira-Lehrer bzw. -Tänzer zu Gast, die uns mal ein wenig in die Materie eingeführt haben... in der Theorie und Praxis. Und ich habe vor allem eines gelernt: dass Capoeira eine ernst zu nehmende Sportart ist ;)

Capoeira ist eine Kampfkunst, oder besser ein Kampftanz, der mit den afrikanischen Sklaven nach Brasilien gekommen ist. Aber nicht nur das: Capoeira steht auch für eine spezielle Art von Musik. Es kommen ganz traditionelle und spezielle Instrumente zum Einsatz, wie z.B. das Berimbau. Allein das Berimbau zu "montieren" bzw. einsatzbereit zu machen, ist eine Wissenschaft für sich. Die Musik, bzw. der Rhythmus (Toque) und die Lieder (Cantigas) sind essentiell beim Capoeira.

Und so kam es, dass eines schönen Freitag Nachmittags zwei Brasilianer eine Gruppe Gringos (Ausländer) mächtig ins Schwitzen, aber auch zum Singen und Musizieren (Lachen und Spaß haben) gebracht haben. Prof. Néris hat später selbst zugegeben, dass er von einer Gruppe bestehend zum Großteil aus Koreanern, aber auch Japanern, Amerikanern und ein paar Europäern deutlich weniger Enthusiasmus erwartet hätte. Aber die beiden haben uns halt einfach mitgerissen... wir wollten gar nicht mehr aufhören "oi, sim, sim sim..." und "Paranaueeee" zu singen. Es ist auch einfach immer super, wenn es den Lehrern bei solchen Aktionen bewusst ist, dass sie keine Profisportler vor sich haben, bzw. dass die meisten noch keinerlei Berührungspunkte hatten. 
Aber seht selbst, wie "anders" diese Portugiesisch-Stunde war:

Die "Roda", also ein Kreis, markiert den "Tanzbereich".
Hier erzählt uns Prof. Néris gerade noch, was uns in den kommenden drei Stunden erwartet. Zum Glück wurden wir vorgewarnt und haben uns noch rechtzeitig in unser Sportoutfit werfen können.

Zum "warm werden" haben wir ein Lied einstudiert, dass die restliche Gruppe dann immer gesungen hat, solange zwei im "Ring" praktiziert bzw. getanzt haben.

"Ginga" ist der Grundschritt, von dem aus sich die anderen Bewegungen ableiten. Hier sind wir aber schon eine Stufe weiter und haben schon die Arme im Einsatz :-)

Dann muss man natürlich verschiedene Abwehrhaltungen einstudieren...

... und irgendwie klingt "Abwehrhaltung einstudieren" doch besser als Oberschenkeltraining, oder?

Und dann ging es auch schon ab an die Instrumente. Leider habe ich den Namen meines Instruments schon wieder vergessen (aber es war so etwas ähnliches wie "Ritsch-Ratsch")... das Berimbau ist jedenfalls das ganz links, was Prof. Néris spielt

Mein 1. Einsatz im Ring ;-)



So sieht das dann bei den Profis aus.

Die mutigen Teilnehmer!

Es war wirklich eine ganz tolle Erfahrung -die noch zwei Tage angehalten hat ;)- und die ich nur jedem weiterempfehlen kann.
Wir haben eine Gruppe junger Leute am Strand von Itacaré Capoeira tanzen sehen, aber es selber machen, ist einfach immer anders.

Damit Ihr Euch das alles besser vorstellen könnt, hier ein paar Links:
Unser Capoeira-Song Nr. 1: http://www.youtube.com/watch?v=AHx1eUGt1RY

Und Nr. 2 mit Bebilderung:

Und hier noch ein paar Profis in Aktion - wenn ich schreiben würde "meine Idole" würde es mir ja doch keiner glauben ;-):

Montag, 14. Mai 2012

Die Suchbegriffe der Woche

Ich glaube, ich mache hier eine neue regelmäßige Kategorie auf: "die Wochencharts" bzw. die Top-10-Suchbegriffe um auf meinem Blog zu landen. Weil´s einfach Spaß macht und lustig ist. Seit dem letzten Post hierzu sind das aktuell die folgenden (der Spannung halber beginne ich natürlich bei Platz 10):

10. Fotoleine (Variation siehe 9.)
9. Fotoleine selber machen
8. Pferderennbahn Rio (war ich zwar selber noch nie, aber schön wenn ich mich auf meinem eigenen Blog dazu schlau machen kann, wenn es dann soweit ist)
7. Grillwurst (ja, habe ich schon einige gegessen)
6. dolmetscherservice sao paulo (nicht verzagen, Nicki fragen)
5. burgstoi hexa (Nadzge, hast Du ´nen Link auf Eurer Seite eingebaut, oder was ist da los?)
4. Wanddeko selber machen (auch die Kreativen landen bei mir)
3. nagelack (da praktisch täglich vertreten und immer in dieser Schreibweise mit nur einem "L")
2. behindi (???)
und ganz klarer Gewinner, ungeschlagen auf Platz 1: Michel Telos Familie

Ich hoffe, ich habe baldmöglichst wieder mehr hiervon zu bieten!
Bis dahin, es grüßt Euer Gemischtwarenladen www.NICKI-flo-brasil.blogspot.com

Küche Bahias - aula cultural muito gostosa!

Eigentlich wollte ich den Post über unsere Kulturstunde von vor 2 Wochen zum Thema "Kulinarik aus Bahia" unter das Motto: "Beste Aula Cultural überhaupt" setzen. Aber letzten Freitag hatten wir dann eine Stunde zum Thema "Capoeira" (Bericht folgt in Kürze) und die hat alles bisher da gewesene übertroffen. Daher hier der Bericht zu meiner ZWEITbesten Aula Cultural an der FAAP:

Jedes Semester gehört ja eine Stunde "Kulinarik" zu unserem Programm und dieses Mal war der schöne Bundesstaat Bahia unser Thema. Glücklicherweise haben wir den Nordosten ja kurz zuvor bereist (Itacaré) und daher war mir die Küche durchaus schon ein wenig vertraut. Von der Zubereitung natürlich ganz zu schweigen. Bisher war es in unseren "Kochstunden" ja immer so, dass wir leider viel zu viele Studenten waren, um wirklich etwas davon mitzubekommen, was sich auf dem Herd abspielte. Aber das war eben dieses Mal anders: Wir waren exakt zu fünft und so durfte jeder mal an den Kochlöffel ;-). Professor Alex hat auch Rezepte vorbereitet und so haben wir dieses Mal richtig was in der Hand. Wer also gerne mal Vatapá de camarão, Acarajé (das Rezpet ist er uns noch schuldig) oder Cuscuz de Tapioca nachkochen will, darf sich gerne bei mir melden (für ein kleines Taschengeld übersetze ich Euch die Rezepte vielleicht sogar - haha). Leider muss ich aber eingestehen, dass der Großteil dann doch schon vorbereitet war, als wir kamen - mit wirklichen Küchentipps dürft Ihr also nicht von mir rechnen. Dafür habe ich aber beim Batida de Coco (hmmmm) ganz genau aufgepasst (ein Getränk gehört ja immer mit zu unserem Lernpensum) und kann Euch den sehr wohl bei Gelegenheit mal servieren. Wie sagt man so schön: Man muss sich schließlich auf das Wesentliche konzentrieren! 
Hahn im Korb: Unser Prof. Alex und seine lernwilligen Küchenchefinnen! Saúde! Prost!
Noch etwas Theorie, bevor es dann los, also an den Herd geht.
...von einem echten Baiano zu lernen macht das Ganze natürlich "ainda mais gostoso" - noch besser (und leckerer)!
Das Acarajé, das später zu kleinen "Brötchen" ausgebacken wird, besteht großteils aus Bohnenbrei .
Die Acarajés werden in aceite de dendê (spezielles Palmenöl aus dem Nordosten) und einer Zwiebel frittiert (man darf sie nur ein einziges Mal wenden, da sie sich sonst mit Öl fest saugen #Geheimtipp)...
... dürfen dann etwas erkalten...
.... und werden mit Vatapá, Salat und je nach Geschmack Pimenta gefüllt...
 ...und als Art "Burger" gegessen.

Weiteres Highlight unseres Nachmittags: Richtig guter, brasilianischer Kaffee (den man meiner Meinung nach (und da stimmen viele überein) in Brasilien gar nicht so leicht findet - obwohl das viele denken) - auf dem Herd zubereitet, im Flanell-Filter abgegossen - herrlich!

Und unser Nachtisch: Cuscuz de Tapioca: Besteht aus Tapioca-Flocken, Kokos-Flocken, Kokosmilch und natürlich: Zucker. Wird zwei Stunden getrocknet. Wer es gerne süß mag und Kokos liebt, ist hiermit bestens bedient ;)

Und weil wir nur so wenige EsserInnen waren und noch genügend übrig gelassen haben, kamen nach und nach ein paar Gäste bei uns auf einen kleinen Mittagssnack vorbei. Das war wie eine kleine "Open-House-Party" - ganz im brasilianischen Stil!

Einer unserer Gäste: Professor Edson - Gastgeber der Aula de Culinária in Portugiesisch I und II

Und hier: Zwei unserer Rezepte für Euch zum Nachmachen (bzw. für mich als Sicherung/Erinnerung):

Batida de coco
1 Dose Kondensmilch -das lieben die Brasilianer, findet man fast in jedem Kuchen ;)
1 Dose oder kleine Flasche Kokosmilch (wenn es z.B. ein Batida de Maracujá werden soll, einfach durch Maracujá-Saft ersetzen)
die Kondesmilch-Dose 2 Mal mit Cachaça füllen
-> alles gut im Mixer mixen, anschießend Eiswürfel dazu und nochmals mixen
Mit Eiswürfeln servieren! Saúde!

Tomaten-Paprika-Salat mit Koriander (coentro) (à la Prof. Alex)
1-2 Zwiebeln sehr klein schneiden
1 große grüne Paprika ebenfalls sehr klein schneiden
einige große Fleischtomaten längs aufschneiden und Fruchtfleisch entnehmen, anschließend auch klein schneiden
1 Bund Koriander hacken
mit Salz würzen - fertig! 
Richtig, man braucht weder Öl noch Essig :)
Guten Appetit!

Die FAAP hat unsere kulinarische Reise zum Anlass genommen, mal ein wenig in der "Hauspresse" über die vielseitigen Aktivitäten zu berichten. Hier der Link für alle Interessierten:

Freitag, 4. Mai 2012

Mein 1. TV-Auftritt


Dieser Post steht auch mal wieder unter dem Motto: Man muss auch über sich selber lachen können. Ich bin ja zum Glück nicht dabei, wenn Ihr das lest bzw. Euch anschaut, sonst würde ich jedes Mal knallrot anlaufen. Aber ich gönne Euch den Spaß und deswegen poste ich das hier!

Endlich gibt es also Material für Euch. Die meisten von Euch wissen ja schon von Facebook, was mir letzte Woche widerfahren ist. Ich kann es immer noch nicht so richtig glauben und war die letzten Tage auch irgendwie neben der Spur. Für alle anderen, gibt es jetzt ein kurzes Update.

Letzten Donnerstag waren alle Portugiesisch-Studenten der FAAP zur Aufzeichnung der Sendung „Altas Horas“ bei TV Globo eingeladen (diese läuft samstags nachts um ca. 1:00 Uhr). Wir sind um 13 Uhr an der FAAP mit einem Bus abgeholt und direkt dort hingebracht worden. Komischerweise war ich die Tage davor ein wenig aufgeregt. Unsere Lehrerin hat gewitzelt, dass wir sicher nicht VIEL sagen werden müssen, eventuell, wie es uns nach Brasilien verschlagen hat, was uns hier besonders gefällt, etc. Und selbst das wollten wir vermeiden! Bei den Nagelfrauen habe ich am Tag zuvor auch nebenbei erwähnt, dass ich zur Aufzeichnung gehen werde. Und die Mädels haben dann beschlossen, eine besonders knallige Farbe für mich auszusuchen und gewitzelt, ich soll die Fingernägel in die Kamera strecken, wenn ich das Mikrofon in der Hand habe und sagen: „An Brasilien mag ich am meisten: Fingernägel zu machen.“ Konnte ja keiner ahnen, dass ich tatsächlich ein Mikrofon in die Hand bekommen sollte. Jedenfalls haben wir dann nach unserer Ankunft beim Sender einige Stunden (!) warten müssen, bis es dann mal losging. Es waren dort einige andere Schulklassen in einem Warteraum platziert, es gab ein kleines Lunchpaket für jeden und es wurde mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass wir „demnächst“ keine Möglichkeit mehr haben würden, auf die Toilette zu gehen. Ich war, glaube ich, schon leicht dehydriert, weil ich vor lauter Panik nichts mehr getrunken habe. Ich habe mich dann in dem Warteraum nach einiger Zeit in die 1. Reihe gesetzt, weil es da ein bisschen luftiger und angenehmer war und so kam es, dass die Mädels und ich auch ganz vorne mit dabei waren, als die FAAP ins Studio gerufen wurde. Somit wurden wir dann auch in der 1. Reihe von unserem Block platziert – direkt hinter dem Stuhl an dem später Seu Jorge Platz nehmen würde. (Seu Jorge, Ihr wisst schon: Bei dem waren wir GAAAANZ am Anfang mal bei einem Konzert. Aber Ihr seht ihn ja jetzt gleich sowieso.)
Man sieht uns also des öfteren hinter ihm in die Kamera grinsen in den folgenden Videos ;-). Nachdem die Show insgesamt knapp zwei Stunden dauert und ja eh komplett auf portugiesisch ist, macht es für die meisten von Euch keinen Sinn, das komplett anzuschauen. Ich habe in den folgenden Videos mal die Stellen rausgesucht, die aber durchaus interessant sein dürften: „Klappe: Nicki on stage!“

Bevor der Moderator in der Szene zu unserer Gruppe kommt, erzählt die Schauspielerin (übrigens eine aus der aktuellen Novela) in welchen Ländern sie schon gelebt hat. Circa bei Minute 38:30 (http://www.youtube.com/watch?v=Vn-x6nf9hXg) „schwenkt“ der Moderator dann zu uns und fragt, ob irgendwelche der Länder, die sie gerade aufgezählt hat, in unseren Reihen vertreten sind. Und erklärt kurz: Das sehe doch so aus, als ob hier die Vereinten Nationen anwesend seien, dass die FAAP einen Austausch hat und dass wir 40 Personen fast alle aus verschiedenen Ländern sind und alle mehr oder weniger portugiesch sprechen. Dann fragt er das Mädchen neben mir, ob sie versteht, was er sagt und sie antwortet ein kurzes „sim“ (=ja). „Seht Ihr?“, sagt er dann und fragt sie, woher sie kommt: Holländerin. Dann fragt er die Bea aus der Verwaltung, von der er schon weiß, dass sie Brasilianerin ist, auch ob sie alles versteht und kassiert so einen Lacher. Er zählt dann ein paar anwesende Länder auf und fragt uns dann alle nacheinander unsere Länder ab. Mein erster Moment vor der Kamera – mit sprechen ;).

In dem Video ist es ca. ab Minute 10:38 (http://www.youtube.com/watch?v=hFw6oQlrSLI&feature=relmfu) interessant. 
Der Moderator fragt Seu Jorge, ob er weiß, dass hinter ihm eine „Gemeinschaft von Leuten aus der ganzen Welt“ sitzt. Und er habe erfahren, wisse aber nicht, ob es auch stimme, dass wir alle zusammen ein Lied von Seu Jorge singen können. Stille. Nein? Wer ihm dann diese Lüge erzählt habe? Dann habe ich mich aufgefordert gefühlt, das aufzuklären: „Wir studieren die Lieder von Seu Jorge im Kurs.“ Und ob wir auch zusammen singen? „Wir müssen (precisAMOS) auch singen“, sage ich. „Müssen oder werden singen (precisAMOS ou vAMOS)?“, fragt er mich daraufhin. Ich antworte: „Wir versuchen (tentAMOS) auf portugiesisch zu singen.“ Lustiges Wortspiel, gell? ;-) 

Dann fehlt leider der Teil, der mich in die darauffolgende Situation gebracht hat. Die Ayaka ergreift das Wort und sagt, dass „die Nicoli“ ein Lied von ihm singen kann und dass ich ein großer Fan bin. (Ich dachte in dem Moment echt kurz, ich muss sie umbringen!) Ich erzähle dann, dass ich sogar am Vortag extra eine CD von ihm gekauft habe, in der Hoffnung in der Show ein Autogramm ergattern zu können (das hat später sogar geklappt - mit Widmung - ein Foto davon poste ich vielleicht ein anderes Mal). Dann fragt mich der Moderator was „de pé“ auf deutsch heißt und ich sage: „Aufstehen“ – Er: „ Also: aufstehen!“, „Wie ich alleine? Jetzt? Aber dann bitte wenigstens zusammen mit Seu Jorge!“ Die haben dann eine Musik eingespielt, die ich nicht kannte und mich dann gefragt, welche ich denn kenne und singen kann. Und da steh ich dann plötzlich und gröhle (!) "Mina do Condomínio" ins Mikrofon. Obwohl ich mir das Video beim ersten Mal ganz alleine angeschaut habe, bin ich knallrot angelaufen und es ist mir echt (leicht) peinlich. Vor allem, wie ich immer nur einzelne Wörter mitsinge, wenn mir der Text drumrum komplett fehlt... (ohne den Text habe ich das Lied ja noch NIE gesungen - und die Premiere dann gleich vor laufenden Kameras). Aber in der Situation gab es irgendwie kein „zurück“ und so im Nachhinein ist es dann ja schon ganz cool sagen zu können: „Ich habe im brasilianischen Fernsehen mit meinem Idol Seu Jorge gesungen!“ (Er ist übrigens auch Schauspieler und hat schon Filme in Hollywood gedreht – also schon ein richtiger Star.) Aber schaut es Euch selbst an und entscheidet dann, ob Ihr es cool findet. Also ich sag´ mal so: Als Gesangstalent werde ich hiernach wohl kaum entdeckt werden. Aber wenn auf einer To-Do-List der Dinge, die man im Leben einmal getan haben sollte, steht: „Einmal im Fernsehen erscheinen“, habe ich diesen Punkt mit Bravour abgearbeitet, würde ich sagen.

PS: Ich habe nie behauptet, dass ich singen kann ;)
PPS: Es stimmt also doch: 1. Im Fernsehen sehen alle dicker aus und 2. Karo macht auch nicht gerade schlank :-)

Hier noch ein paar Schnappschüsse vor und während der Show.
im Warteraum 
die Schulklassen wurden nacheinander ins Studio geholt und auf die zugewiesenen Plätze platziert: und wir saßen eben DIREKT hinter den Interview-Gästen!!! 
Gruppenbild der "Vereinten Nationen der FAAP" ;) 
Das war noch vor der Show: Da hat der Moderator gerade noch so ein bisschen mit uns geplaudert und schonmal gefragt, aus welchen Ländern wir kommen 
Von meinem "Auftritt" gibt es leider keine gescheiten Bilder -  hier habe ich ihm jedenfalls noch kurz eine Umarmung abgerungen :-)
So nah waren wir an ihm dran!!!


Und Ihr glaubt gar nicht, was unser Auftritt bei Altas Horas in der FAAP für einen Trubel ausgelöst hat. In der ersten Portugiesisch-Stunde "danach" kamen 3 unserer ehemaligen Lehrer in unsere Klasse und haben uns für unsere Teilnahme bzw. mich für meinen Solo-Auftritt beglückwünscht. Die sind hier echt so wahnsinnig stolz auf ihre Studenten, das glaubt Ihr gar nicht. Daher poste ich nachfolgend auch noch ein paar Emails, bzw. Facebook-Kommentare, die mich zu dem Thema erreicht haben. Meine "Wall of Fame" sozusagen ;-)
Von der pädagogischen Leiterin unseres Kurses: "Liebe Studenten, Professora Jaqueline und Beatriz, Herzlichen Glückwunsch für die fantastische Teilnahme von Euch allen. Ich und meine Familie haben uns die Sendung angesehen und es hat mich bewegt Nicole (total animiert und hübsch) mit Seu Jorge singen zu sehen. Glückwunsch Nicole (was "gingado" heißt, weiß ich nicht und finde auch keine Übersetzung)! Glückwunsch nochmal an alle für Euer Einbringen und Charisma. Dicke Umarmung"
Von unserem Lehrer Alex: "Ich habe die Sendung gesehen und es war super cool. Ihr ward gut. (?) Wie Nicole mit Seu Jorge geseungen hat war cool. Alle sind aufgetaucht, aber wen ich zuerst gesehen habe, waren Humie und Ayaka. Bia hat geredet - ich denke, der Typ meinte, die Blonde (brazuca=?) sei auch Ausländerin... Jaque in der ersten Reihe wie der Sargeant der Gruppe. Es war sehr unterhaltsam alle zu sehen. Herzlichen Glückwunsch!"
Simon (hat mit mir Portugiesisch 1 und 2 gemacht): "Nossa (das Wort kennt Ihr ja alle ;)! Sehr cool, ich wusste schon immer, dass Du eine gute Sängerin bist, weil Du beim Karaoke in Liberdade gut gesungen hast, aber ich wusste nicht, dass Du Profi bist."

Laís (meine ehemalige bzw. Flos Lehrerin): "Sie ist eben sehr bescheiden."
Juliana (habe ich über Facebook kennengelernt, nach dem Ivete-Sangalo-Pannen-Komzert): "Es kam so eben, Du, wie Du bei Altas Horas mit Seu Jorge singst. Hahahah! Denen hast Du´s gezeigt (frei übersetzt ;))- super! Mir hat´s gefallen.
Laís: "Hallo Mädels, gestern bin ich rechtzeitig heimgekommen, um Euch in der Sendung zu sehen. Ich hab´s bewundert! Abgesehen dass Du nervös warst (wer wäre das nicht), hast Du abgerockt, Nicole. Und es sieht so aus, als ob es der Mehrheit der Schüler sehr gut gefallen hat. Es hat mich sehr, sehr glücklich gemacht! Herzlichen Glückwunsch!"
"Leute, heute um 1:06 Uhr wird die Sendung Altas Horas übertragen. Unsere Studenten haben eine Show abgeliefert und Nicole Goller hat sogar mit Seu Jorge gesungen. Es war der Hammer! Das dürft Ihr nicht verpassen."
Laís: "Leute, je mehr ich unterrichte, desto mehr macht es mir Spaß und macht es mich stolz, wenn meine Studenten zeigen, was sie können. Für alle, die noch nicht müde sein werden und nichts vorhaben, heute Nacht bei Altas Horas (Sender: Globo) erscheinen meine Studenten. In dem Link seht ihr einige von ihnen hinter Seu Jorge und auch meine Studentin Nicole Goller (eine Blonde) wie sie mit ihm singt. Ist das nicht der Wahnsinn?! Lehrern wird durch ihre Schüler geschmeichelt. (?)..."
Und auf der Seite von TV Globo:
"(...) Am Samstag, den 28. April war der Sänger Seu Jorge eine der Attraktionen bei Altas Horas. Während der Sendung gab der Sänger ein unglaubliches Duett mit Zeca Pagodinho und sang den Erfolgshit "Mina do Condomínio" mit einem weiblichen deutschen Fan. (...)"

Und? Was sagt Ihr dazu? ;-)


Mittwoch, 25. April 2012

Geburtstagsmarathon

Ich war ja jetzt ein einhalb Wochen allein - Nicki allein zu Haus sozusagen. Jetzt, wo es fast rum ist (Flo landet morgen früh) kann ich es ja so deutlich sagen. Meine Mama hatte Angst, dass mich jemand klaut, wenn ich das poste, glaube ich. Jedenfalls war ich trotzdem ganz gut unterhalten die Woche ;-) Am letzten Dienstag hatte die Tali Geburtstag und wir sind spontan bis 2:00 Uhr in einer (naja, eigentlich zwei) Kneipen in Campo Belo versumpft. Nachdem ich ja nicht wissen konnte, dass das so ein legendärer Abend wird, hatte ich leider keine Kamera dabei und kann nichts bildlich dokumentieren. Es war jedenfalls feucht-fröhlich...

Und am Samstag hat mich die Mädels-Gang (sorry, Oli, aber das Wort gefällt mir so gut, daher wirst Du separat namentlich erwähnt) mit zum Geburtstag von Ia genommen. Die Brasilianer sehen das zum Glück nicht so streng wie wir Deutschen mit dem "Einladen". Wer kommt, kommt, wer noch jemanden mitbringt, auch gut. Und so war ich am Samstag auch unterhalten und beschäftigt. Und davon gibt es auch ein paar Fotos, die ich Euch zeigen kann.
Das Bild habe ich aus 2 Gründen gemacht: 1. die Becherfarben musste ich einfach festhalten - Plastikbecher ist halt nicht gleich Plastikbecher - in pink hat das doch einfach gleich mehr Style. 2. Ich habe noch nie einen so exakt geschnippelten "Vinagrete" (Tomaten-Zwiebel-Salat mit Petersilie) gesehen. Ia hat dafür anscheinend ein kleines Wundergerät in der Küche, das sie mir hoffentlich demnächst noch namentlich mitteilt.

Und, sorry Florilein, aber was natürlich auch cool war: Ohne (rein) deutsche Begleitung habe ich natürlich auch ganz viel portugiesisch geübt. Die Mädels haben zwar ja fast alle deutsche Wurzeln (daher das "rein" in Klammern) oder sonst einen Bezug nach Alemanha, aber ich bin auch durch die komplett portugiesischen Gespräche mittlerweile ziemlich gut durch- und eingestiegen. Und es ist einfach anders sich mit Einheimischen zu unterhalten, die nicht unsere Lehrer sind, die uns natürlich alles hochkorrekt und superformal beibringen. So ein bisschen Umgangssprache schadet ja auch nie und kann man sich ja sonst nur schwer aneignen. Und ich muss mich an dieser Stelle selber loben: In den letzten Wochen habe ich sprachtechnisch nochmal einen Satz nach vorne gemacht. Ich fühle mich immer sicherer und kann doch so langsam auch schon so manche Grammatikhürde mais fácilmente (einfacher) ins Gespräch einbauen (ein (!) Jahr und einige tausend (!) Reias später ;( - auch ein wenig deprimierend... aber so ist es leider). Trotzdem: Strike!
@ Tina: Eu detesto subjuntivo! ;) 

Die "meninada" (in etwa: Weiberhaufen): Bri (hinten), Gabi (Mitte) und Iramaya...
Tali (die uns in 4 Wochen schon nach Regensburg verlässt) und Mari (die nächstes Jahr nach Nürni nachkommt - stimmt´s Mari? ;) ) Frage: Bin ich irgendjemandem als Nicht-Brasilianerin aufgefallen?? ;-)

Und dann hat die Party ein plötzliches Ende genommen. Man weiß es nicht genau, warum: Hat sich einer der Nachbarn wegen der Lautstärke beschwert oder war es tatsächlich, weil das Bier aus war?? Jedenfalls ging es dann noch eine Weile bei Oli und Mari in der Wohnung weiter... aber auch nur, bis die Nachbarn sich beim Porteiro beschwert haben ;(. Bis zu dem Zeitpunkt war es aber super!!