Willkommen auf unserem Blog!

Wir sind zwar gerade nicht vor Ort, aber auch nicht aus der Welt... Wir möchten Euch mit diesem Blog auf dem Laufenden halten, wie es uns in Brasilien gefällt, was wir erleben und denken, einfach wie es uns so geht. Wir freuen uns, wenn Ihr mit uns auch News aus der Heimat teilt und uns auf dem Laufenden haltet! Beijos!!!

Mittwoch, 22. Februar 2012

Karneval in Rio - was für ein Erlebnis!!

Boah, ich bin noch ganz geflashed, was wir die letzten Tage erlebt haben! Karneval in Rio - eines der Mega-Events weltweit - und wir waren dabei. Und es war einfach unbeschreiblich - aber ich versuche unser Erlebtes so gut wie möglich in Worte zu fassen, damit ihr auch daran teilhaben könnt. Ich werde den Post in 2 Teile aufteilen: die Sambaparade (desfile) im Sambodrom (wow! wow! wow!) und separat der Rest unseres Karnevalwochenendes in der schönsten Stadt der Welt.

Am Samstag haben wir leider die Uhrzeit erwischt, in der alle in Richtung Rio bzw. Litoral Norte (Nordküste Sao Paulos) aufgebrochen sind und haben daher 2 Stunden Stau in Kauf nehmen müssen. Aber nach 8 Stunden waren wir dann endlich angekommen und das Spektakel konnte beginnen. Ab nach Lapa zum Straßenkarneval. Lapa ist ein Kneipen- und Ausgehviertel in Rio und die Arcos da Lapa (Bögen von Lapa) prägen das Viertel.
 Am Freitag hatte ich an der FAAP noch eine Kulturstunde zum Thema "Karneval in Brasilien" und da ging es unter anderem darum, dass in Rio und Sao Paulo Karneval zum anschauen statt findet (Paraden in den Sambodroms), wohingegen der Karneval in Salvador, Recife, Olinda und Ouro Preto zum mitmachen ist. Aber weit gefehlt! Neuerdings boomen in Rio auch die Blocos, bei denen eine Band auf einem LKW spielt und die Massen auf der Straße mitsingen, tanzen und feiern. Das scheint wohl echt eine recht neue Entwicklung zu sein, denn in den Nachrichten wurde die Tage das "Pipi-Problem" groß debattiert, dass für die zukünftigen Straßenkarnevals in den Griff zu bekommen ist. Jedenfalls waren wir am Samstag Nachmittag mitten drin statt nur dabei beim Bloco "Carioca da Gema". Es ist echt cool, Karneval im Hochsommer zu feiern. Die Kleiderfrage ist leicht beantwortet: Shorts und ein T-Shirt, die Verkleidungen der Brasilianer beschränken sich oft auf eine Kopfbedeckung, Blume im Haar oder dergleichen. Das ist also der Hauptpunkt, der den Karneval hier total von unserem daheim unterscheidet: die Temperaturen und das entsprechend leicht bekleidete Partyvolk. Und wir hatten echt Glück mit dem Wetter am Wochenende, um die 30 Grad und trocken - herrlich.
links im Hintergrund sieht man das "Trio Eletrico" - den "Partytruck" reinfahren
...und die Gringos mittendrin
 Wir haben dann einen Platz in einer Eckkneipe abgecheckt, der Blick auf das Geschehen und leckere Pizza geboten hat. Und, claro: kaltes cerveja!
... es war ganz schön was los auf den Straßen Lapas
eine Bühne mit Livemusik gab es auch
diese kleinen Schirmchen sind eine Tradition des Karnevals in Recife und werden beim Frevo-Tanzen eingesetzt
Stimmung!!
Neben dem Pipi-Problem sollten sie sich auch noch was für den Müll einfallen lassen...

Am Sonntag haben wir den Tag abseits des Karnevaltrubels am Strand gestartet und sind mit dem Auto in Richtung Barra da Tijuca gedüst - echt cool, dass wir bei unserem 1. Rio-Wochenende letztes Jahr mit "Insidern" unterwegs waren und daher diese schönen Plätze kennen. Dort gibt es tausende Parkplätze und ich konnte mir bisher nicht vorstellen, dass die mal ausgeschöpft werden würden. Aber sie werden! Und zwar an Karneval. Die Suche nach einem Parkplatz war eine kleine Odysee, aber geschäftstüchtige Brasilianer haben Stellplätze auf Wiesen eröffnet und so haben auch wir unser Auto noch gut untergebracht. Für schlappe 10 Reais - in Sao Paulo kostet so die 1. Stunde im Shopping-Center. I love Rio!
Und der Strand ist kilometerlang, so dass sich die Menschenmassen aus den vielen, vielen Autos auch ganz gut verteilt haben...
Hier die Ergebnisse meines "Sepia-Experiments" mit der Kamera.
 
 

Zum Abendessen sind wir noch einige Kilometer am Strand weitergefahren zum Restaurant Grumari: ein Geheimtipp von unserem Zahnarzt.
Die Aussicht ist herrlich...
... und man kann schön draußen sitzen - fast schon Biergartenatmosphäre.
Agua de coco ist in den letzten Tagen zu meinem neuen Lieblingsgetränk aufgestiegen...
  Der Rückweg nach Rio - wir waren immerhin 50 km außerhalb in der Zwischenzeit - war leider etwas nervtötend. Alle anderen waren auch noch auf dem Rückweg und dazu kam, dass unser Hotel ganz in der Nähe vom Sambodrom lag und wir auch noch einen Teil des Anreiseverkehrs zur Samba-Parade abbekommen haben - und so sind wir erst um 21:30 wieder im Hotel angekommen. Und die Gefahr der Müdigkeit eines so anstrengenden Strandtages zu verfallen war groß :) Wir hatten ja auch noch keine Tickets fürs Sambodrom und außerdem hatte die Show ja auch schon begonnen.... hmmm. Aber dann haben wir uns doch aufgerafft und so DAS Event schlechthin live miterlebt: eine Sambaparade in Rio. Aber wie wir letzten Endes zu Tickets gekommen sind (das ist eine Story für sich) und alle Details, wie gesagt, in einem separaten Post.

Am Montag waren wir nach einer durchgetanzten Nacht und nur 2,5 Stunden Schlaf (ich betone das so, weil das für mich einfach rekordverdächtig ist) nochmal in Barra am Strand. Aber nachdem die Kamerabatterie schon am streiken war, gibt es leider keine Fotos. Prinzipiell: ist es aber ein Copy and Paste vom Vortag. Abends haben wir noch ein bisschen die Stimmung vom Straßenkarneval an der Copacabana mitgenommen - aber auch hiervon gibt es leider keine Fotos :-(.

Gestern vor der Heimfahrt nach Sampa haben wir noch einen kleinen Ausflug nach Niterói gemacht. Niterói liegt gegenüber von Rio auf der anderen Seite der Guanabara-Bucht und ich hatte schon viel von der beeindruckenden Aussicht auf Rio gehört.
Auf der Fahrt nach Niterói: wie man sieht: einige tausend Kreuzfahrtpassagiere haben den Karneval
ebenfalls in Rio verbringen können
Rio und Niteroi sind neben dem Seeweg durch eine 13km lange Brücke miteinander verbunden
 
der "Hubbel" links neben Flos Kopf ist der Corcovado mit dem Cristo drauf
... dies dürfte weltweit einer der Anglerplätze mit der besten Aussicht sein: auf den Zuckerhut, den Cristo (nicht im Bild) und die restliche "Skyline" von Rio
 In Niterói befindet sich auch ein bekanntes von Oscar Niemayer gebautes Museum: das MAC - Museu de Arte Contemporânea. War natürlich leider am Fasnets-Dienstag geschlossen, aber das Gebäude an sich ist schön sehr beeindruckend.
und auch hier ist der Hintergrund mit dem Zuckerhut echt malerisch
Und zurück in Sao Paulo habe ich diese Woche noch Faschingsferien und zehre weiter von einem super Wochenende... ich bin so froh, dass wir uns das nicht haben entgehen lassen. Tschaka!

Mittwoch, 15. Februar 2012

Nachtrag: Silvester im Süden

Lang lang ist´s her... und in der Zwischenzeit habe ich den meisten wahrscheinlich sowieso schon von unseren Erlebnissen im brasilianischen Süden zum Jahreswechsel erzählt. Aber der Vollständigkeit halber hier noch ein kurzer Bericht: über Silvester habe ich ja schon vor längerem berichtet, fehlen also nur noch unsere Eindrücke von der Region an sich.

Der Süden ist der Teil Brasiliens, wo sich viele deutsche Auswanderer niedergelassen haben. So gibt es dort Orte mit Namen wie Blumenau, Biersorten namens Eisenbahn, Opa und dergleichen. Im Süden wohnen angeblich die hellhäutigsten (und blondesten) Brasilianer, die Wirtschaft ist mit die stabilste und den Jahreswechsel verbringen wohl nur besser situierte Personen im Süden. Im Süden sind außerdem die Temperaturunterschiede zwischen den Jahreszeiten am höchsten, d.h. es kann im Sommer durchaus mal gefrieren und entsprechend ist der Sommer dort die beste Jahreszeit für einen Strandurlaub. Gut, wir wollten uns das ja mal anschauen, und außerdem haben wir schon vor laaaanger Zeit mit Linas Family ausgemacht, zusammen zu feiern und zu ihnen in den Süden zu kommen. Die Hotelpreise sind in der Hauptsaison überirdisch, aber wir konnten recht preisgünstig im Apartment von Lina wohnen. Muito obrigada nochmals!

Was wir nicht wussten: Balneário Camboriu ist ein Strandort mit relativ wenig Idylle, um es mal nett auszudrücken. Direkt an der Promenade führt eine Straße entlang, auf der die Kinder reicher Eltern gerne die Autos von Papi ausfahren und die Mitmenschen an den Beats und Bässen aus ihren Boxen (gerne auch auf der Ladefläche angebracht) teilhaben lassen. Und ich will nicht sagen, so EINEN Poser haben wir auch gesehen, sondern es gibt praktisch NUR solche Poser. Die Promenade erinnert auch eher an Lloret de Mar, als an eine idyllische Bucht. Ein Hochhaus am anderen, die gut betuchten haben dort eben alle ihre Wochenenddomizile. Ich habe keine Ahnung, warum - wahrscheinlich ist es unter dem Jahr ganz nett, wenn die Touris weg sind und die Schickeria unter sich ist. Gut, man muss natürlich sehen, dass das Wetter fast die ganze Woche recht bescheiden war, was unserem Eindruck nicht sonderlich zuträglich war. Bei Dauerregen hatten wir einfach wenig Lust die umliegende Gegend zu erkunden. Im Großen und Ganzen muss ich leider sagen: war ich echt ein wenig enttäuscht von unserem lang ersehnten Trip in den Süden. Ob es eine 2. Chance für einen 1. Eindruck geben wird ... man weiß es nicht.

Ein paar Highlights gab es natürlich nichtsdestotrotz und die zeige ich Euch jetzt:
Wiedersehen mit Liny...
... und allen anderen Mitgliedern der Familie Kotschedoff -
hier übrigens gerade mal wieder bei der Vernichtung eines Sushi-Bootes 
Churros ist eine brasilianische Spezialität, die es gerne am Strand oder bei Straßenfesten zu kaufen gibt: frittierter Teig, der in Puderzucker gewälzt und wahlweise mit Karamell oder Schokolade gefüllt wird - herrlich!
Achja: der Vormieter des Apartments hatte einige Monate keinen Strom mehr bezahlt und so wurde uns von den Stadtwerken ab der 2. Nacht für ein paar Tage der Saft abgedreht, was uns ein paar unfreiwillige romantische Momente beschert hat ;)
den einzigen Tag mit Sonnenscheinvorhersage haben wir genutzt um eine nahe gelegene Bucht auszuchecken - allerdings gibt es dort ebenfalls eine ziemliche Schicki-Micki-Pillenschranz-Bar "Sky Beach" oder "Sky Bar" (à la "Du kommst hier ned rein, Mann"), für die die jungen Leute von heute wahrscheinlich einige hundert Reais Eintritt zahlen, um "dabei" zu sein und die den ganzen Strand beschallt hat - aber davon abgesehen war es dort wirklich sehr schön!
Eisgekühlte Getränke direkt an den Liegestuhl - so muss es sein!
diese Bilder sind bei einem abendlichen Spaziergang in Camboriu entstanden, ziemlich am Ende des Strands,
mit Blick auf fast die ganze Bucht 

Einen Tag haben wir trotz der mäßigen Wettervorhersage einen Ausflug nach Florianópolis gemacht, oder Floripa wie die Brasilianer sagen. Der Großteil von Floripa liegt auf einer Insel, Ilha de Sta. Catarina im gleichnamigen Bundesstaat.
Markthalle
Mein persönliches Highlight: im alten Zollhaus (Casa de Alfandega) im Zentrum ist ein super Kunstahndwerkermarkt heute beherbergt 
Markthalle von außen - ich habe professionell den kurzen Moment genutzt, wo der Himmel mal kurz aufgehellt ist... nicht dass Ihr einen falschen Eindruck bekommt!
Weihnachtsdeko in der Fußgängerzone - könnte so auch irgendwo in Deutschland hängen, oder?
eigentlich wollte ich auch noch so eine Hunde-Fußhocker-Bank erstehen... hab den Zeitpunkt dann irgendwie verpasst und jetzt bereue ich es... hätte schon ganz gut zu unserer Green Gate-Kollektion gepasst
diese schönen Häuschen haben wir in einem kleinen "Fischerort" bei unserer Inselrundfahrt entdeckt

Achja: wir haben am Silvestermorgen auch noch einen Ausflug ins besagte Blumenau gemacht. Dort gibt es ein großes Oktoberfest auf einem Gelände, das sich "Vila Germanica" nennt und laut Reiseführer, das ganze Jahr offen hat. Mentira!! Gelogen! An Silvester (oder vielleicht bei Dauerregen an Silvester) ist Blumenau wie ausgestorben, geschweigedenn die Vila Germanica in Betrieb. Ich kann Euch kein einiges Foto von unserem Kurztrip dorthin anbieten, da wir nicht mal aus dem Auto ausgestiegen sind. Tja, dann müssen wir uns wohl Fachwerkhäuser wieder in der Heimat anschauen und unsere Gelüste nach Bratwürste und Sauerkraut anderweitig stillen... so ist das Leben!

1. Januar 2012: kurzes Abschiedsbild von Camboriu... und weg waren sie!

Der nächste Post wird wieder mehr Herzblut enthalten - ich versprechs ;)!