Willkommen auf unserem Blog!

Wir sind zwar gerade nicht vor Ort, aber auch nicht aus der Welt... Wir möchten Euch mit diesem Blog auf dem Laufenden halten, wie es uns in Brasilien gefällt, was wir erleben und denken, einfach wie es uns so geht. Wir freuen uns, wenn Ihr mit uns auch News aus der Heimat teilt und uns auf dem Laufenden haltet! Beijos!!!

Sonntag, 5. August 2012

Episode 1: Rio - Wiedersehen mit (m)einem alten Bekannten

So, dann haben wir also Sao Paulo hinter uns gelassen und uns in unser erstes Abenteuer gestürzt. Die Stadt am Zuckerhut darf eben bei keiner Brasilien-Rundreise fehlen. Die Route für unseren Urlaub haben wir schon ein wenig an die vielen Reisekatalog- und Reisebüro-Vorschläge angelehnt, die meine Eltern im Vorfeld studiert hatten - nur wollte ich das alles eben persönlicher, unabhängiger und vor allem günstiger gestalten. Seht jetzt, was dabei rauskam!

Die Airline unseres Vertrauens: Mit gol gings ab in Richtung Copacabana.

 Hier die Reisegruppe: Darf ich vorstellen? Meine Eltern (für alle, die die beiden (noch) nicht kennen): Rolf und Elisabeth, Vielfliegerstatus: Bis dato nicht vorhanden (was sich in den drei gemeinsamen Wochen aber stark ändern sollte), Sprachkenntnisse: Schwäbisch, Englisch ("breckeles-weise" wie der Schwabe sagt) und evangelisch (Lieblingswitz meiner Oma), Gefühlslage: Voller Motivation und Vorfreude.

In der ersten Woche leider noch nicht mit am Start (einer muss ja schließlich auch arbeiten), aber in Gedanken natürlich mitgereist:

Die Reiseleiterin. Brasilien- und Rio-erfahren: Bereits drei Mal im Vorfeld beim Cristo zu Besuch gewesen, (sogar auf dessen 80. Geburtstagsparty eingeladen), den Zuckerhut ebenfalls mehrmals und bei allen Wetterlagen erklommen, kennt alle fiesen Tricks der Taxifahrer, Sprachkenntnisse: Portugiesisch akzentfreier als Hochdeutsch, Englisch: am schwächeln, Schwäbisch: stabil und nebenberuflich: Diplomierte Schnäppchenjägerin.

Das coole an Rio ist, dass die Stadt meiner Meinung nach, eine fast unerschöpfliche Schönheit besitzt (die Copacabana ist ja beispielsweise seit Kurzem in die Welterbe-Liste der Unesco aufgenommen) und es immer noch etwas Neues zu entdecken gibt. Nach unserer Ankunft hat das Wetter leider noch leicht geschwächelt - was man auf den Fotos nicht erkennen kann, an unserer leicht übertriebenen Kleiderwahl am ersten Tag aber schon. Und somit haben wir uns als Einstieg für einen Strandspaziergang an der Copacabana und eine erste Erkundungstour unserer Nachbarschaft entschieden. Zwischen Copacabana und Ipanema liegt der Arpoador-Strand und der Parque Garota de Ipanema. Dort ragt ein ziemlich beeindruckender Felsen ins Meer, von dem aus man einen tollen Blick auf ganz Ipanema hat. Somit habe ich gleich zu Beginn auch noch ein neues Fleckchen entdeckt und erlebt. In Rio ticken die Uhren auch irgendwie anders, wie ich finde. Man kann sich stundenlang am Strand aufhalten, von einer Strandbar in die nächste umziehen und einfach das Leben genießen. Und das haben wir auch gemacht!
                         
                          
                         
     


Am nächsten Tag hatten wir die Ehre eine Hammer-Sicht am Zuckerhut genießen zu dürfen. So klar und weit habe ich die Sicht noch nie erlebt. Das ist auch so ein Ort, wo man immer wieder hinkann, weil es einfach so beeindruckend ist: Man kann stundenlang die ankommenden Flieger beobachten, die atemberaubende Aussicht in alle Richtungen aufsaugen oder einfach spazieren gehen. Nur eine Frage blieb leider mal wieder unbeantwortet: Wo sind eigentlich die Affen??
                              
der Corcovado ist im Hintergrund zu erkennen, der Cristo leider nicht

Danach: Kurzer Foto-Zwischenstopp am Praia Vermelha, bevor wir uns dann für ein Mittagessen im Café Botánico im Botanischen Garten entschieden haben. Dieses Mal hatten wir in Rio auf jeder unserer Strecken immer besonders nette Taxifahrer (und das ist jetzt ernst gemeint), deren Redefluss kaum zu stoppen war: So haben wir dann die neuesten Nachrichten aus Sao Paulo (mehrere Tote nach Schießerei zwischen Fußball-Fans) und vom Tod des Bischofs erfahren (Schlange stehen in der Kathedrale, um seinem Sarg die letzte Ehre zu erweisen) und ich konnte mich vor Komplimenten kaum retten ;) (witzigerweise haben meine Eltern diese Stellen unserer Unterhaltungen dann doch immer verstanden)...

Mit Anja im Dezember habe ich ja bereits den Botanischen Garten als Ruheoase entdeckt und als besuchenswert beurteilt. Daher konnte ich diesen Abstecher als Nachmittagsprogramm locker flockig aus dem Ärmel schütteln. Die Küche des Cafés ist wirklich sehr zu empfehlen. Ich hatte schon eeeewig keinen so leckeren Salatteller mehr. @ Anja: Wenn es deutlich unter 40 Grad hat, ist der Besuch noch angenehmer ;)
Spartipp: Die ca. 30-minütige geführte Rundfahrt ist kostenlos und die Plätze sehr beschränkt (2 Zügchen à 7 Plätze): Einfach im Häuschen vor dem Eingang Plätze reservieren und los gehts!

Nächster (und auch leider schon letzter) Tag in Rio = nächstes Highlight. Mit dem Zug zum Cristo.
Dieser Tag hat mir viel Gesprächsstoff für die verbleibenden Taxifahrten verschafft: "Also ich war ja schon öfters am Cristo oben, sogar an seinem 80. Geburtstag letztes Jahr im Oktober, aber ich habe dort oben noch nie so viele Leute gesehen!"
  
Aussicht passt!
...mit einigem Körpereinsatz (der Fotograf legt sich flach auf den Boden) schafft man es sogar, die vielen Leuten drumrum vom Foto weitestgehend fernzuhalten

Danach wollte ich eigentlich mit dem Bondinho ("Zügle") über die Bögen von Lapa hoch ins Künstlerviertel Santa Teresa fahren, was ich ebenfalls selber noch nicht kenne. Einer unserer gesprächigen Taxifahrer hat meine Recherche dann allerdings als lückenhaft enttarnt - ob ich denn nicht wüsste, dass die Bahn seit einigen Monaten nicht mehr fährt, da es einige tödliche Unfälle aufgrund von Sicherheitsmängeln gab. Ups! Während unseres allerersten Rio-Wochenendes war ein deutscher Touri aus der Bahn gefallen - das wusste ich. Aber dass danach noch einige weitere Unfälle passiert sind, war mir neu. Wäre also anscheinend sowieso keine bequeme Spazierfahrt, als vielmehr ein waghalsiges Abenteuerevent geworden - und daher sowieso nichts für mich :-).

Und so kam es, dass wir uns die Kathedrale von Rio an dem Tag angeschaut haben, als halb Rio Schlange stand, um sich von seinem Bischof zu verabschieden (siehe linker, unterer Bildrand). Wer sich "nur" für die Architektur interessiert hat, durfte an der Schlange vorbeiziehen - wir konnten dann auch meine Mama davon überzeugen, dass dies die bessere Alternative für uns Touris ist.

Die Bögen von Lapa haben wir dann also im VorbeiGEHEN gesehen...

... und sind dann doch noch an der "Escadaria Selarón" angelangt. Fast wäre daraus nämlich ein ungewollter Favela-Besuch geworden. Wenn man von der "falschen Seite" her zur Treppe will, landet man nämlich in einer etwas dubiosen Gegend. Wir wollten das dann schon von unserer Besuchsliste streichen, bis uns ein paar andere Touris auf der Straße angequatscht haben, dass der Zugang von "vorne her" auch möglich sei. Gesagt - getan. Zum Glück: Sonst hätten wir ja regelrecht was verpasst!

Die Treppe ist das Werk des chilenischen Künstlers Jorge Selarón, der 1990 damit begonnen hat, einen Teil der Treppe um sein Haus herum mit Mosaik zu verzieren. Anfangs war das von der Einwohnerschaft nicht gern gesehen, ist dann aber zu seinem Lebenswerk geworden und inzwischen von der Stadt Rio auch geduldet. Sie trägt mittlerweile sogar seinen Namen. Kontinuierlich wechselt er Kacheln auf den 250 Stufen (125 m Länge) aus, die er größtenteils von Touristen aus der ganzen Welt bekommt.

Man kann die Werkstatt des Künstlers besuchen, der selbst wohl recht häufig auf "seiner" Treppe anzufinden ist und ich habe ein handsigniertes Werk einer seiner "berühmten" Schwangerenmotive ergattert. Leider ist unser gemeinsames Portät nicht scharf geworden, aber dass er einen leichten Schlag hat, lässt sich trotzdem erkennen...oder?

Für den, der mit dem Flieger nach Rio kommt (also kein Parkplatzproblem hat), habe ich auch eine neue Hotelempfehleung: Das Hotel Mar Palace (ehemaliges Hotel Castro Alves - mein neues Taxifahrerwissen). Liegt in der Av. Nossa Senhora da Copacabana, also der Parallele zum Strand. Die Zimmer sind bei Weitem nicht so abgewohnt, wie der Ruf der Mehrheit der Copacabana-Hotels prophezeit und es gibt ein super Frühstücksbuffet.
Und ganz unverhofft war das die Aussicht aus unserem Hotelzimmer - wer kann da noch widerstehen??
            

Samstag, 4. August 2012

Die Reise unseres Lebens - EINLEITUNG

Eigentlich konnte ich ja bis zuletzt selbst nicht so wirklich glauben, dass uns meine Eltern wirklich besuchen kommen. So richtige Weltreisende sind die beiden (bis dato zumindest) ja nicht.

Aber dann standen sie tatsächlich am 7. Juli am Airport in Sao Paulo - und da war die Freude natürlich riesig. Drei gemeinsame Wochen Urlaub standen uns bevor. Wir konnten uns alle drei nicht daran erinnern, wann wir das letzte Mal so viel Zeit am Stück miteinander verbracht haben. Das dürfte wohl irgendwann zu meiner Abizeit gewesen sein?

Die positive Nachricht kurz vor dem Abflug der beiden war, dass sie doch nicht nur 15 KG Freigepäck wie bei der Buchung angegeben hatten, sondern die regulären 23 KG. Und da war natürlich klar, dass einige Qualitätsprodukte aus der Heimat im Koffer nicht fehlen durften. Seht nachfolgend unsere Ausbeute:
Aperol haben wir ja bis dato wann immer möglich importiert bzw. importieren lassen - aber jetzt haben wir doch die Woche tatsächlich einen Laden entdeckt, der die Flasche für 18 BRL verkauft. Das ist sogar noch billiger als in der Heimat! Ein Traum!
Einen guten und v.a. bezahlbaren Weißwein haben wir hier dafür nach wie vor nicht entdeckt und daher hat dieser neben Senf, ganz viel m&m´s und sonstiger Schoki, deutschem Bier und Dosenwurst auf unserem Mitbringseltisch Platz gefunden

Hier noch ein paar weitere Eindrücke unseres ersten gemeinsamen Wochenendes in Sao Paulo:
Erstes gemeinsames Frühstück auf dem Balkon des Hotel Lipfert-Goller

Natürlich durfte ein Besuch im Embu nicht fehlen. Am besten wir fahren gleich am ersten Wochenende hin, haben wir uns gedacht. Nicht dass ausgerechnet für Embu am Ende keine Zeit mehr bleibt. Und Flo und ich waren selbst jetzt längere Zeit nicht dort und man kann es kaum glauben, aber es gab einige Sachen und neue Lädchen, die selbst wir zwei alten Embu-Fans noch nicht kannten. Leider explodieren so langsam aber auch in Embu die Preise. Wir müssen also gut überlegen, bei wem wir in unserer letzten Zeit hier nochmal zuschlagen werden.
Der Laden ist z.B. neu für mich. Hat wirklich schöne Sachen, aber von den Preisen her leider eher ein Designerladen als ein Kunsthandwerksgeschäftchen...
-dito-
... wobei so ein Bänkchen für unsere zukünftige Wohnung ja schon schön wäre...

 Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit in Sao Paulo hieß es am Sonntag Abend ja auch schon wieder Koffer packen für Montag: RIO DE JANEIRO calling. Aber darüber erfahrt Ihr alles im nächsten Kapitel ;-)

Mittwoch, 1. August 2012

DIE REISE UNSERES LEBENS!

NOSSA!!! Drei wunderschöne, erlebnisreiche, beeindruckende und einfach unvergessliche Wochen liegen hinter uns - und ich melde mich zurück von der Reise meines Lebens! Wirklich!! Wenn ich mir die Bilder anschaue, kann ich selber noch nicht glauben, was wir alles erlebt und gesehen haben. Wir haben regelrecht das Paradies bzw. ganz viele Paradiese kennen gelernt! Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll zu berichten. Und wir hatten immer die Sonne im Gepäck. Wir mussten feststellen: Der brasilianische Winter ist eindeutig der bessere Sommer!

Ich möchte mich an dieser Stelle auch ganz herzlich bei Euch allen für die vielen netten Geburtstagsgrüße bedanken, die mich auf allen möglichen Wegen erreicht haben. Ich habe mich sehr gefreut von Euch zu lesen (hauptsächlich) und verspreche ganz bald jede noch offene Mail zu beantworten...

Nachdem ich weiß, dass einige von Euch sehnsüchtig auf Bilder und meinen Bericht warten, versuche ich diesen schnellstmöglich auch zu liefern. Das hier heute soll nur ein kleiner Vorgeschmack darauf sein, was Euch erwartet. Ich bin am Überlegen, wie ich das alles in Worte fassen und einteilen soll. Vielleicht am besten nach den Stationen unserer Reise? Um mir selbst ein wenig Druck zu machen, könnte ich hier ja zumindest schonmal ein kleines "Inhaltsverzeichnis" veröffentlichen, das ich dann in nächster Zeit mit Inhalten, Bildern und Leben füllen werde. Das könnte in etwa so aussehen:

Episode 1: Rio - Wiedersehen mit (m)einem alten Bekannten 

Episode 2: Foz do Iguaçu - oder: We love Argentina!

Episode 3: AMAZONAS: Unsere Kreuzfahrt auf dem Rio Negro - Naturerlebnis der besonderen Art
(ich wollte da eigentlich nie mehr weg!!!)

Episode 4: Kurzer Zwischenstopp in Salvador bzw.: Das tollste Geburtstagsfrühstück, das man sich vorstellen kann

Episode 5: Praia do Forte: Schildkröten, Moqueca und vieles mehr...

Die Wochenenden "dazwischen" haben wir ja fast alle in Sao Paulo verbracht - dazu werde ich dann einfach zwischendurch ein bisschen schreiben. Schließlich haben wir viel erlebt, da darf der Post, bzw. die Postreihe auch ausführlich werden.

Ich bin jedenfalls immer noch hin und weg - wie in Trance irgendwie. Aber Ihr werdet nach dem Lesen auf jeden Fall alle bestätigen können: Brasilien ist (nicht nur) eine Reise wert! Was einem in Sao Paulo manchmal schwerfällt zu glauben, ist mir auf jeden Fall wieder bewusst geworden: Brasilien ist so vielseitig und einfach wunderbar!

Viel Spaß! Eure Nicki